Die Wahl des richtigen Smart Roadsters ist eine der wichtigsten Entscheidungen, die Sie als angehender Besitzer treffen werden — und die Unterschiede zwischen den Varianten gehen weit über eine einfache Leistungsangabe hinaus. Dieser umfassende Smart Roadster Varianten Vergleich beleuchtet jede zwischen 2003 und 2006 produzierte Version: den ungeliebten 45kW Lite, den brillanten 60kW Standard, den unterschätzten 66kW SB2 und den legendären 74kW Brabus. Ob Sie Ihren ersten Roadster suchen oder einen Wechsel erwägen — wer versteht, was diese Fahrzeuge in puncto Hardware, Zuverlässigkeit und Alltagsleistung voneinander trennt, spart sich Geld, Frust und möglicherweise eine komplette Motorüberholung.
Die Smart Roadster 452 Plattform verstehen
Alle Smart Roadster Varianten teilen dieselbe grundlegende Architektur: einen 698-cm³-Dreizylinder-Turbomotor mitsubishi’scher Herkunft, der in Mittelmotorbauweise vor der Hinterachse eingebaut ist. Dies ist kein Frontmotor-Fahrzeug — der Motor sitzt hinter den Sitzen und verleiht dem Roadster seine berühmt ausgewogene Fahrdynamik und seine charakteristische Gewichtsverteilung. Alle Varianten nutzen das Softouch-automatisierte Schaltgetriebe, ein sequenzielles Sechsgang-Aggregat, das mechanisch einem konventionellen Schaltgetriebe mit elektrohydraulischen Aktuatoren entspricht. Es handelt sich nicht um ein klassisches Automatikgetriebe — das gemächliche, mitunter ruckartige Schaltverhalten ist eine Eigenheit der gesamten Baureihe und kein Mangel einer einzelnen Variante.
Das Bosch MEG 1.1 Steuergerät regelt Kraftstoffzufuhr, Zündzeitpunkt und Ladedruckmanagement bei allen Varianten. Die im Steuergerät hinterlegte Kennfeldkalibrierung ist das, was einen 45kW-Wagen grundlegend von einem 74kW Brabus unterscheidet — die Hardware-Unterschiede sind real, aber vielleicht kleiner als erwartet. Für einen tiefen Einblick in die Funktionsweise dieses Steuergeräts ist unser Artikel über das Smart Roadster MEG 1.1 Steuergerät und seine Architektur unverzichtbare Lektüre, bevor Sie eine variantenbasierte Kaufentscheidung treffen.
Der 45kW Lite: Die Variante, die man meiden sollte
Der 45kW Lite war Smarts Einstiegsangebot — und er spart an Stellen, die für die Langzeitzuverlässigkeit erheblich ins Gewicht fallen. Die kritischste Auslassung ist der Ölkühler. Während alle anderen Varianten einen Öl-Wasser-Wärmetauscher erhalten, der die Motoröltemperatur bei längerem Fahren in Schach hält, fehlt beim Lite jegliche Kühlung. In einem Fahrzeug, das ohnehin einen kleinhubigen Turbomotor stark beansprucht, ist das ein erheblicher technischer Kompromiss. Die Folge ist ein beschleunigter Motorverschleiß bei allem außer besonders schonender Fahrweise.
Der Ladedruck des 45kW beträgt bescheidene 0,89 bar und erzeugt rund 45 Kilowatt sowie etwa 100 Nm Drehmoment. In einem Fahrzeug mit einem Gewicht von knapp über 800 kg reicht die Leistung für den Stadtverkehr aus, das Fahrgefühl wirkt jedoch im Vergleich zu den Geschwistern spürbar gedämpft. Auf dem Papier ist der 45kW der günstigste Einstieg in den Roadster-Besitz. In der Praxis machen ihn höhere Betriebskosten, eine größere Motoranfälligkeit und die Schwierigkeit, wirklich attraktive Exemplare zu finden, zur Fehlinvestition. Sofern Sie kein 45kW-Fahrzeug gezielt als Teilespender oder als Umbauprojekt erwerben, lautet unsere Empfehlung: Finger weg.
Der 60kW Standard: Das Herzstück der Baureihe
Wenn es eine Variante gibt, die in der Smart Roadster Community einhellig gelobt wird, dann ist es der 60kW Standard. Hier hat Smart die Formel gefunden. Mit 1,09 bar Ladedruck leistet er 60 Kilowatt und rund 110 Nm Drehmoment. Noch wichtiger: Er verfügt über den Ölkühler, der beim Lite fehlt, und schafft damit eine grundlegend solidere Basis für Langlebigkeit. Der Motor kann atmen, bleibt unter Last kühl und belohnt Fahrer, die gerne flott durch Kurven fahren.
Der 60kW stellt den größten Teil der weltweit produzierten rund 43.000 Roadster — allein im Vereinigten Königreich wurden etwa 7.251 Exemplare verkauft — sodass Teileverfügbarkeit, Community-Wissen und Vergleichsdaten als Besitzer auf Ihrer Seite sind. Der 60kW ist auch die am gründlichsten dokumentierte Variante, was bei der Diagnose der bekannten Roadster-Schwachstellen wichtig ist: Wassereinbruch, SAM-Einheit-Fehler mit B1xxx-Codes, Lenkgetriebeabnutzung und Verdeck-Alterung.
Zu den Preisen von 2025 liegt ein gutes 60kW-Exemplar im Bereich von 9.000–12.000 €, während kilometerarme oder besonders gepflegte Fahrzeuge bis zu 12.000–15.000 € erzielen. Hochkilometrige Wagen sind ab 7.000–9.000 € zu finden, obwohl bei diesem Preisniveau eine sorgfältige Prüfung unerlässlich ist. Der 60kW ist der Maßstab, an dem alle anderen Varianten gemessen werden — und er verdient diese Stellung zu Recht.
Der 66kW SB2: Das unterschätzte Mittelfeld
Zwischen dem 60kW Standard und dem vollwertigen Brabus eingebettet, nimmt der 66kW SB2 (manchmal schlicht als Brabus SB2 bezeichnet) eine eigenartige Position in der Roadster-Hierarchie ein. Mit 1,33 bar Ladedruck und 66 Kilowatt war er Smarts werksseitige Zwischenlösung zwischen Serienfahrzeug und voller Brabus-Spezifikation. Die SB2-Ausstattung kommt typischerweise mit zusätzlichen Brabus-Stylingelementen — überarbeiteten Stoßfängern, Emblematik und Innenraumdetails — und ist für viele Gelegenheitsbeobachter optisch nicht vom 74kW-Vollbrabus zu unterscheiden.
Aus Fahrerperspektive liefert der SB2 eine wirklich spürbare Steigerung gegenüber dem 60kW. Das Ansprechverhalten des Gaspedals wirkt schärfer, der Durchzug im mittleren Drehzahlbereich überzeugt mehr, und die charakteristische Leichtigkeit des Fahrzeugs kommt besser zur Geltung. Entscheidend: Der SB2 behält den Ölkühler und ist im Serienzustand nicht stärker mechanisch beansprucht als der 60kW — der höhere Ladedruck liegt innerhalb gut abgestimmter Werksparameter. Für Käufer, die mehr Leistung ohne die vollen Brabus-Aufpreise suchen, verdient der 66kW SB2 ernsthafte Beachtung. Er wird häufig unterbewertet im Verhältnis zu seiner Fahrqualität, weil Käufer standardmäßig entweder das Basisfahrzeug oder den vollständigen Brabus suchen.
Der 74kW Brabus: Der ultimative Serien-Smart Roadster
Der vollständige 74kW Brabus ist der Gipfel der Smart Roadster Produktion — und wird entsprechend bepreist. Mit werkseitig 1,43 bar Ladedruck und 74 Kilowatt sowie rund 135 Nm Drehmoment verwandelt der Brabus das Leistungsprofil des Roadsters in etwas wirklich Schnelles. Von null auf 100 km/h vergehen etwa 7,4 Sekunden — eine Zahl, die sich schneller anfühlt als sie klingt, weil der Brabus in jeder Beschleunigungsphase so kommunikativ und direkt reagiert.
Der Brabus Roadster erhielt aufgewertete Bremsen, eine spezifische Brabus-Fahrwerksabstimmung, markante Außen- und Innenausstattung und kam in vielen Märkten mit einzigartigen Raddesigns. Mechanisch teilt er seine Motorkernarchitektur mit allen anderen Varianten, aber die Steuergerätekalibrierung und das Turboladermanagement sind für anhaltenden Hochdruckbetrieb optimiert. Das MEG 1.1 Steuergerät im Brabus trägt eine spezifische Firmware-Kalibrierung, die sich wesentlich von der 60kW-Standardkennlinie unterscheidet — diese Unterschiede zu verstehen ist wichtiger Kontext, wenn künftige Kennfeldoptimierungen in Betracht gezogen werden. Unsere detaillierte Erklärung dazu, wie das MEG 1.1 Steuergerät Ladedruck und Kraftstoffzufuhr regelt, liefert nützliches technisches Hintergrundwissen darüber, was die Brabus-Kalibrierung auf Hardware-Ebene tatsächlich anders macht.
Die Preise für kilometerarme Brabus-Exemplare haben sich in den letzten Jahren deutlich gefestigt. Rechnen Sie mit 12.000–15.000 € für einen gepflegten Wagen, während außergewöhnliche Niedrigkilometer-Exemplare diesen Bereich gelegentlich überschreiten. Das Seltenheitsargument ist real: Vollständige Brabus Roadster machen nur einen kleinen Bruchteil der Gesamtproduktion aus, und wirklich unberührte Exemplare werden zunehmend schwer zu finden.
Brabus Coupé vs. Roadster: Welche Karosserievariante?
Das Brabus-Paket war sowohl für den offenen Roadster als auch für das glasdachige Coupé erhältlich. Das Coupé bietet geringfügig mehr Karosseriesteifigkeit und eliminiert viele der Wassereinbruchprobleme am Verdeck, die Roadster-Varianten plagen, aber das Fahrerlebnis in einem geschlossenen Roadster unterscheidet sich grundlegend vom offenen Fahrzeug. Für die meisten Käufer ist die Roadster-Karosserie die reinere Wahl — das Festdach des Coupés nimmt dem Fahrzeug jenes theatralische Element, das diese Autos an einem Sommermorgen so besonders macht.
Smart Roadster Varianten Vergleich: Wichtigste Daten auf einen Blick
- 45kW Lite: 698 cm³ Turbo, 0,89 bar Ladedruck, ~45 kW, ~100 Nm. Kein Ölkühler. Für den regulären Einsatz meiden.
- 60kW Standard: 698 cm³ Turbo, 1,09 bar Ladedruck, ~60 kW, ~110 Nm. Ölkühler vorhanden. Bestes Allround-Fahrzeug.
- 66kW SB2 Brabus: 698 cm³ Turbo, 1,33 bar Ladedruck, ~66 kW, ~120 Nm. Ölkühler vorhanden. Brabus-Ausstattung. Unterschätztes Preis-Leistungs-Verhältnis.
- 74kW Brabus: 698 cm³ Turbo, 1,43 bar Ladedruck, ~74 kW, ~135 Nm. Ölkühler vorhanden. Brabus-Fahrwerk, Bremsen, Ausstattung. Ultimative Werksspezifikation.
Alle Varianten verwenden das Softouch-automatisierte Schaltgetriebe und das Bosch MEG 1.1 Steuergerät. Die im Steuergerät gespeicherte Firmware-Version unterscheidet sich je nach Variante und hat direkten Einfluss auf die Fahrbarkeit — die beste verfügbare Firmware-Referenz über alle Varianten hinweg ist 1037371568, wobei die originalen Werkskennfelder variantenspezifisch sind.
Welche Variante sollten Sie tatsächlich kaufen?
Die ehrliche Antwort hängt von Ihrem Budget und Ihren Absichten ab. Für die Mehrheit der Käufer ist der 60kW Standard die richtige Wahl: zuverlässig, gut unterstützt, ausreichend leistungsstark und in größter Stückzahl verfügbar. Den 45kW Lite sollte man meiden, sofern kein spezifischer Grund vorliegt. Der 66kW SB2 ist für das gebotene Fahrerlebnis ein echtes Schnäppchen. Der 74kW Brabus ist die Wahl für Enthusiasten und den Aufpreis wert, wenn Sie ein echtes, gut dokumentiertes Exemplar finden.
Wenn Leistungssteigerung nach dem Kauf auf Ihrer Agenda steht, ist es wissenswert, dass die Steuergerätekalibrierung der primäre verfügbare Hebel ist — die Architektur aller Varianten mit Ölkühler lässt sich innerhalb sicherer Parameter sinnvoll optimieren. Für Käufer, die diesen Weg in Betracht ziehen, ist das Verständnis der EEPROM-Struktur des MEG 1.1 Steuergeräts und wie Kennfelder ausgelesen und beschrieben werden der unverzichtbare erste Schritt vor jeder Kennfeldoptimierungsentscheidung.
Fazit: Die richtige Entscheidung im Smart Roadster Varianten Vergleich
Dieser Smart Roadster Varianten Vergleich macht eines deutlich: Die Unterschiede zwischen den Varianten sind real, folgenreich und es lohnt sich, sie vor einer Kaufentscheidung zu verstehen. Der fehlende Ölkühler des 45kW Lite ist ein Ausschlusskriterium. Der 60kW Standard verdient seinen Ruf als definitiver Roadster. Der 66kW SB2 belohnt den Käufer, der über Badge-Snobbismus hinausschaut. Und der 74kW Brabus bleibt der ultimative Ausdruck dessen, was Smart mit diesem außergewöhnlichen Kleinwagen erreicht hat. Kaufen Sie das beste verfügbare Exemplar, meiden Sie den Lite, und genießen Sie eines der charaktervollsten Fahrergefährte der frühen 2000er Jahre.









