Smart Roadster Kaufberatung: 10 Dinge vor dem Kauf prüfen

Eine gründliche Smart Roadster Kaufinspektion ist wohl das Wichtigste, was Sie tun können, bevor Sie Ihr Geld für einen dieser seltenen, charaktervollen kleinen Sportwagen ausgeben. Mit nur rund 43.000 gebauten Einheiten zwischen 2003 und 2006 — davon lediglich 7.251 für den britischen Markt — werden gute Exemplare immer schwieriger zu finden, und die Preise steigen rapide. Ebenso wie die Kosten für vernachlässigte Fahrzeuge. Der Smart Roadster 452 hat einige gut dokumentierte Schwachstellen, die Verkäufer nicht immer freiwillig erwähnen, und ein übereilter Kauf kann Ihren Traumwagen in ein teures Problem verwandeln. Dieser Leitfaden führt Sie durch zehn kritische Prüfpunkte — in Prioritätsreihenfolge — die jeder potenzielle Käufer vor dem Kauf durchgehen sollte.

1. Alle Dichtungen und Karosserieteile auf Wassereinbruch prüfen

Wasserlecks sind das mit Abstand bekannteste Problem beim Smart Roadster 452 und können Schäden verursachen, die von leicht ärgerlich bis strukturell gravierend reichen. Die häufigsten Ursachen sind die Verdeckdichtungen, der Windschutzscheibenrahmen, die Dichtungen der hinteren Motorabdeckung sowie die Ablaufkanäle entlang der Schweller. Bei Regen — oder mit einem Schlauch und einem Helfer — untersuchen Sie den Kabinenboden unter beiden Sitzen, das Staufach hinter den Sitzen und den Bereich rund um die Fußräume. Feuchte Teppiche verstecken sich oft unter Matten, also alles anheben. Achten Sie auf Wasserränder, Schimmelgeruch oder Rost an den Sitzschienen. Ein Fahrzeug, das dauerhaft mit Wassereinbruch gelebt hat, kann zudem SAM-Fehler (Signal Acquisition Module), korrodierte Leitungen oder sporadische Elektrikprobleme aufweisen — alles teuer in der Diagnose und Behebung. Lassen Sie sich niemals durch die bloße Aussage eines Verkäufers beruhigen, ein Leck sei ‚behoben‘ worden, ohne entsprechende Belege einer Fachwerkstatt.

2. Variante identifizieren: Lite, Standard oder Brabus

Nicht alle Smart Roadster sind gleich, und zu wissen, welche Variante Sie vor sich haben, ist grundlegend für jede Smart Roadster Kaufinspektion. Die vier wichtigsten Varianten sind:

  • 45 kW Lite: Das Einstiegsmodell. Kritisch: Es fehlt ein Ölkühler, was es deutlich anfälliger für Motorverschleiß bei anhaltender Belastung macht. Nur kaufen, wenn der Preis außergewöhnlich niedrig ist und Sie es als Projekt betrachten.
  • 60 kW Standard: Die beste Wahl. Läuft mit 1,09 bar Ladedruck, hat den Ölkühler und ist das ausgewogenste Allround-Modell. Die große Mehrheit der noch existierenden Fahrzeuge gehört zu dieser Variante.
  • 66 kW SB2 Brabus: Ab Werk abgestimmt auf 1,33 bar Ladedruck. Eine Leistungsstufe höher, in der Regel gut gepflegt von enthusiastischen Besitzern.
  • 74 kW Full Brabus: Das schnellste und seltenste Serienfahrzeug, mit 1,43 bar. Erzielt Spitzenpreise am oberen Ende des Marktes.

Prüfen Sie die FIN, das Typschild im Motorraum und alle Serviceunterlagen. Falsch deklarierte Varianten — insbesondere als 60-kW-Modelle verkaufte 45-kW-Fahrzeuge — tauchen durchaus in den Kleinanzeigen auf.

3. Motorraum und Ölzustand prüfen

Der 698-cm³-Dreizylinder-Turbomotor ist mittig-hinten eingebaut (niemals vorne — seien Sie skeptisch gegenüber jedem Verkäufer, der das nicht weiß), und der Zugang zum Motorraum erfolgt über die hintere Klappe. Öffnen Sie diese und schauen Sie genau hin. Folgendes ist zu prüfen:

  • Ölstand und Ölzustand — dunkles, dünnes oder milchiges Öl ist ein Warnsignal
  • Kühlmittelstand und Farbe — braunes oder rostiges Kühlmittel deutet auf Vernachlässigung hin
  • Anzeichen von Öllecks am Turbolader, Ventildeckel oder den Ölkühler-Leitungen
  • Zustand der Ladeluftkühler-Schläuche und Druckschläuche
  • Hinweise auf nicht serienmäßige Umbauten, insbesondere grobe Eingriffe

Der von Mitsubishi abgeleitete Motor ist bei ordnungsgemäßer Pflege grundsolide, aber Ölwechsel sind bei diesen Fahrzeugen besonders wichtig. Quittungen anfordern. Ein Fahrzeug ohne Wartungsnachweis sollte grundsätzlich mit großer Skepsis betrachtet werden — unabhängig davon, wie es sich am Tag der Besichtigung fährt.

4. Das Softouch-Getriebe gründlich testen

Das Softouch-Getriebe ist ein automatisiertes Schaltgetriebe — kein echtes Automatikgetriebe — und es polarisiert selbst dann, wenn es einwandfrei funktioniert. Schaltvorgänge sind langsam und können sich ruppig anfühlen, besonders im kalten Zustand — das ist völlig normal. Worauf Sie achten müssen, sind Dinge, die nicht normal sind: Schleifen beim Einlegen, Weigerung, einen Gang zu finden, übermäßiges Rucken oder Warnleuchten im Cockpit. Testen Sie das Getriebe kalt nach dem Start und erneut nach vollständiger Betriebstemperatur. Probieren Sie sowohl den Automatikmodus als auch manuelle Sequentialschaltungen über Paddel oder Hebel. Überprüfen Sie, ob alle sechs Gänge sauber einlegen und das Fahrzeug ohne übermäßiges Zögern anfahren kann. Aktuator-Fehler und Kupplungsverschleiß sind die häufigsten Softouch-Probleme — ein Ersatzaktuator oder eine Kupplungsarbeit ist eine erhebliche Rechnung, die Sie bei der Preisverhandlung einkalkulieren sollten.

5. Lenkgetriebe genau untersuchen

Ein defektes Lenkgetriebe ist eine weitere bekannte Schwachstelle des Smart Roadster. Frühe Anzeichen sind Spiel oder Ungenauigkeit in der Lenkung, Klopfen über Bodenwellen oder ungleichmäßiges Rückstellverhalten. Achten Sie bei der Probefahrt besonders auf das Lenkgefühl bei niedrigen Geschwindigkeiten und in engen Kurven. Parken Sie mit vollem Einschlag in beide Richtungen und hören Sie auf Klopfgeräusche. Ein abgenutztes oder defektes Lenkgetriebe fühlt sich auf der Autobahn oft noch akzeptabel an, offenbart sich aber auf Parkplätzen und in engen Kurven. Ersatz-Lenkgetriebe sind erhältlich — sowohl aufgearbeitete Originalteile als auch verbesserte Aftermarket-Optionen — aber die Arbeit ist aufwendig und sollte im Kaufpreis berücksichtigt sein, wenn sie noch nicht durchgeführt wurde.

6. Verdeck-Mechanismus und Zustand prüfen

Das elektrische Stoffverdeck des Roadster ist ein dreiteiliges Faltsystem, das Fehler im elektro-hydraulischen Mechanismus, im Stoff selbst oder in den Scharnieren des Rahmens entwickeln kann. Betätigen Sie bei der Inspektion das Verdeck vollständig — auf und zu — und beobachten Sie, ob es den gesamten Zyklus ohne Zögern, Schleifen oder unvollständiges Schließen durchläuft. Prüfen Sie den Stoff auf Risse, Delaminierung am Heckfenster und Versprödung an den Dichtungen zur Karosserie. Ein neues Verdeck ist nicht günstig, und ein zu überholender Mechanismus verursacht weitere Kosten. Stellen Sie außerdem sicher, dass das Dach rundum korrekt abdichtet — dies steht in direktem Zusammenhang mit dem oben erwähnten Wassereinbruch-Problem.

7. Armaturenbrett ablesen und Fehlercodes prüfen

Das Kombiinstrument und die Bordelektronik des Smart Roadster können über Warnleuchten und gespeicherte Fehlercodes eine überraschende Vielfalt an Problemen anzeigen. Ein einfaches OBD-Lesegerät ruft Motor- und Getriebekodes ab, aber die Smart-spezifischen SAM-Fehler (im Bereich B1xxx) erfordern ein dediziertes Diagnosegerät wie WiTech, HHT oder einen Smart-fähigen Drittanbieter-Scanner. Fragen Sie den Verkäufer nach aktuellen Diagnose-Ausdrucken. Stellen Sie mindestens sicher, dass nach dem Start keine Warnleuchten dauerhaft leuchten, die nach dem Selbsttest erlöschen sollten. Achten Sie besonders auf die Airbag-Warnleuchte, die ESP/ABS-Leuchte und die Motorsteuerungsleuchte. Einem Verkäufer, der eine Diagnose-Auslese verweigert, sollte man mit Vorsicht begegnen.

Es lohnt sich, die Elektronik genauer zu verstehen. Das Bosch MEG 1.1 Steuergerät des Smart Roadster ist eine faszinierende und leistungsfähige Einheit — wenn Sie verstehen, wie es funktioniert, haben Sie wichtigen Kontext bei der Bewertung gefundener Fehlercodes und können besser einschätzen, welche Modifikationen oder Resets an dem von Ihnen inspizierten Fahrzeug vorgenommen wurden.

8. Karosserie, Rahmen und Unterboden prüfen

Der Smart Roadster verfügt über eine Tridion-Sicherheitszelle aus Stahl mit Kunststoff-Karosserieteilen. Die gute Nachricht: Die Kunststoffteile können nicht rosten und sind verhältnismäßig einfach zu ersetzen. Die schlechte Nachricht: Die Tridion-Zelle und die Stahlträger des Unterbodens können durchaus korrodieren, besonders bei Fahrzeugen, die in salzreichen Regionen gefahren wurden oder schlecht gepflegt wurden. Lassen Sie das Fahrzeug auf eine Hebebühne fahren oder verwenden Sie Taschenlampe und Spiegel, um Schweller, Bodenwanne und den hinteren Hilfsrahmenbereich zu inspizieren. Achten Sie auf Unfallschäden — schlecht ausgerichtete Karosserieteile, Overspray auf Dichtungen, frisch aufgetragener Unterbodenschutz an verdächtigen Stellen. Eine Reparatur nach einem Unfall ist nicht automatisch ein Ausschlusskriterium, wenn die Arbeit fachgerecht ausgeführt wurde, sollte aber deklariert und im Preis berücksichtigt sein.

Spaltmaße und Farbübereinstimmung

Prüfen Sie bei der Karosserieinspektion auch die Spaltmaße auf Gleichmäßigkeit. Die Werksspaltmaße eines Roadster sind nicht immer von Anfang an perfekt, aber deutliche Unregelmäßigkeiten deuten auf Unfallschäden oder schlechte Reparaturen hin. Vergleichen Sie die Karosseriefarben im Tageslicht — nachlackierte Teile zeigen oft eine leichte Farbnuance, selbst bei professioneller Farbabstimmung.

9. Wartungshistorie und Fahrzeugdokumente überprüfen

Ein Smart Roadster mit lückenloser, abgestempelter Wartungshistorie ist deutlich mehr wert als ein unverifizierbares Fahrzeug — und dieser Aufpreis ist berechtigt. Regelmäßige Ölwechsel (idealerweise alle 10.000 km oder jährlich), Kühlmittelwechsel und dokumentierte Zahnriemeninspektionen sind das, was diese Motoren am Leben erhält. Gleichen Sie die Stempel im Serviceheft mit vorhandenen Quittungen ab. Prüfen Sie den Fahrzeugschein auf die Anzahl der Vorbesitzer — eine hohe Anzahl ist bei einem Fahrzeug dieses Alters nicht unbedingt alarmierend, aber eine Besitzerlücke oder mehrere schnell aufeinanderfolgende Halterwechsel sollten hinterfragt werden. Führen Sie eine Fahrzeughistorienprüfung durch, um Kilometerstand, offene Finanzierung und eventuelle Totalschadeneinstufungen zu verifizieren.

10. Eine ordentliche Probefahrt machen und dem Bauchgefühl vertrauen

Keine Smart Roadster Kaufinspektion ist vollständig ohne eine aussagekräftige Probefahrt — nicht eine kurze Runde ums Häuserblock, sondern mindestens 20 Minuten, die städtischen Stop-and-go-Verkehr, ein Stück Autobahn und einige kurvenreiche Landstraßen umfassen. Der Roadster sollte sich agil und kommunikativ anfühlen, mit einem Motor, der sauber über den gesamten Drehzahlbereich zieht, einem progressiv ansprechenden Turbolader und einem straffen, responsiven Fahrwerk. Alles, was sich falsch anfühlt — Vibrationen, Ziehen beim Bremsen, Motoraussetzer, Getriebezögern — verdient eine Untersuchung vor dem Kauf, keine Beschwichtigung durch den Verkäufer. Vertrauen Sie Ihren Sinnen. Diese Fahrzeuge machen in gutem Zustand großen Spaß — und sind teuer, wenn etwas nicht stimmt.

Was Sie 2025 zahlen sollten

Nach Abschluss aller Prüfungen dient Folgendes als grobe Orientierung für aktuelle Marktwerte: Hochkilometer- oder Projektfahrzeuge liegen bei etwa 7.000–9.000 EUR; gute, alltagstaugliche Exemplare reichen von 9.000–12.000 EUR; Fahrzeuge mit niedrigem Kilometerstand und Brabus-Varianten erzielen 12.000–15.000 EUR oder mehr. Ein Fahrzeug, das jeden Punkt dieser Checkliste mit sauberer Historie besteht, rechtfertigt einen Aufpreis — eines, das mehrere Punkte nicht besteht, sollte entweder abgelehnt oder hart verhandelt werden. Bedenken Sie, dass die Ersatzteilverfügbarkeit, obwohl nicht unmöglich, mit den Jahren enger wird und Arbeitskosten bei Spezialfahrzeugen schnell steigen.

Eine gründliche Smart Roadster Kaufinspektion ist der Unterschied zwischen dem Besitz eines der unterhaltsamsten kleinen Sportwagen aller Zeiten und der Übernahme der teuren Probleme eines anderen. Gehen Sie alle zehn Punkte methodisch durch, bringen Sie ein Diagnosegerät oder einen sachkundigen Freund mit, und lassen Sie sich von der Begeisterung nicht das Urteil trüben. Das richtige Fahrzeug ist da draußen — mit Geduld und Sorgfalt finden Sie eines, das Sie noch viele Jahre lang begeistert. Für Besitzer, die später das Leistungspotenzial ihres Fahrzeugs erkunden möchten, sind das Verständnis des Steuergeräts und der Elektronik ein natürlicher und lohnender nächster Schritt.