Smart Roadster vs Roadster Coupé: Welcher sollte es sein?

Die Frage Smart Roadster vs Roadster Coupé ist eine der ersten, mit der jeder potenzielle Käufer konfrontiert wird — und sie ist vielschichtiger als sie auf den ersten Blick erscheint. Beide teilen denselben brillanten 698-cm³-Dreizylinder-Turbomotor, dieselbe Mittelmotor-Hinterradanordnung und dieselbe herrlich absurde Prämisse eines winzigen Zweisitzer-Sportwagens einer Stadtautomarke. Dennoch sind die Unterschiede zwischen ihnen real genug, um das Besitzerlebnis spürbar zu beeinflussen. Dieser Ratgeber behandelt Styling, Alltagstauglichkeit, die Dynamik von Cabrio versus Festdach, Marktwerte und die Varianten jeder Karosserieform — damit Sie eine fundierte Entscheidung treffen können, bevor Sie Ihr Geld übergeben.

Die zwei Karosserieformen verstehen

Smart produzierte den 452 Roadster zwischen 2003 und 2006 in zwei unterschiedlichen Ausführungen. Der Standard-Roadster ist ein reiner Zweisitzer mit offenem Verdeck — ein Targa-Dachpanel, das sich herausheben und hinter den Sitzen verstauen lässt. Er ist die purere, leichtere der beiden Varianten und das Fahrzeug, das die meisten Menschen vor Augen haben, wenn sie an den Smart Roadster denken.

Das Roadster Coupé ergänzt die Fahrgastzelle um ein großes, festes Glasfaser-Hardtop, das eine Fastback-Dachlinie bildet, die bis zu einem kleinen Heckspoiler reicht. Entscheidend ist, dass es außerdem eine bescheidene hintere Gepäckablage — manchmal als ‚Bustle‘ bezeichnet — hinzufügt, die merklich mehr Stauraum bietet. Das Coupé wirkt breiter, substanzieller und ist wohl mehr einem kleinen Supersportwagen ähnlich. Beide Fahrzeuge behalten dieselbe Grundkarosserie, denselben Antriebsstrang und dasselbe Softouch-Halbautomatikgetriebe.

Abmessungen und Gewicht

Das Coupé ist schwerer als der offene Roadster — je nach Ausstattung typischerweise um rund 40–50 kg — aufgrund der zusätzlichen Glasfaser-Dachstruktur und des hinteren Gepäckbereichs. Bei einem Fahrzeug, das in der Standard-Roadster-Ausführung nur etwa 790 kg wiegt, ist dieser Nachteil spürbar. Der Standard-Roadster hat daher bei jedem Motormodell ein geringfügig besseres Leistungsgewicht — vom 45-kW-Lite bis zum vollständigen 74-kW-Brabus.

Fahrerlebnis: Frischluft oder Festdach

Der Smart Roadster in der Standardausführung punktet beim wichtigsten Kriterium eines Sportwagens: Fahrspaß und Emotionalität. Mit entferntem und verstautem Targa-Dachpanel sind Sie den Elementen vollständig ausgesetzt — Wind, Geräusche, Sonnenschein und gelegentliche Regenschauer. Diese Unmittelbarkeit passt perfekt zum Charakter des Fahrzeugs. Das Fehlen eines festen Dachs bedeutet auch, dass die Karosserie etwas weniger steif ist, was einige Fahrer als kommunikativeres, etwas freieres Gefühl in Kurven beschreiben. Es ist ein subtiler Unterschied, aber Puristen bemerken ihn durchaus.

Das Roadster Coupé hingegen fühlt sich bei Autobahngeschwindigkeiten gelassener und kultivierter an. Der Windgeräuschpegel ist deutlich reduziert, und der Innenraum wirkt stimmiger. Wer das Fahrzeug als ganzjährigen Alltagswagen in einem nordeuropäischen Klima nutzen möchte, profitiert beim Coupé von einem echten praktischen Vorteil. Die Sicht nach hinten ist durch die Fastback-Dachlinie eingeschränkt, aber Sitzposition und Vorwärtssicht sind identisch mit dem offenen Fahrzeug.

Das Verdeck-System des Standard-Roadsters

Es lohnt sich zu verstehen, wie das Dach des Roadsters tatsächlich funktioniert, bevor man es für die praktischere Wahl hält. Das Targa-Panel ist ein manuell zu bedienendes Glasfaser-Stoff-Element, das man physisch heraushebt und hinter den Sitzen faltet. Es gibt keinen elektrischen Klappmechanismus. Besonders bei frühen Fahrzeugen ist das Dichtungssystem anfällig für Wassereintritt — ein gut dokumentiertes Problem der gesamten 452-Baureihe. Beim Kauf eines offenen Roadsters sollte man die Fußraumteppiche und den Bereich unter den Sitzen sorgfältig auf Feuchtigkeitsschäden untersuchen. Dies ist eines der häufigsten und frustrierendsten Probleme im Fahrzeugeinsatz.

Alltagstauglichkeit: Kofferraumvolumen und Nutzbarkeit

Keine der Smart-Roadster-Versionen wird jemals einen Familien-Kompaktwagen in Sachen Alltagstauglichkeit herausfordern, aber die Unterschiede zwischen den beiden Karosserieformen sind für den täglichen Einsatz bedeutsam. Der Standard-Roadster verfügt über ein kleines vorderes Fach (der Motor ist mittig-hinten montiert — es gibt keinen klassischen vorderen Kofferraum, sondern nur einen bescheidenen Stauraum vor der Fahrgastzelle) und einen winzigen Bereich hinter den Sitzen, wenn das Verdeck verstaut ist.

Das Roadster Coupé ergänzt hinter der Fahrgastzelle und unter dem Glasfaser-Fastback-Heck eine nutzbare hintere Gepäckablage. Sie ist nicht riesig — eine Reisetasche für zwei Personen passt nicht hinein — aber für eine Laptoptasche, einen kleinen Rucksack oder das Werkzeug für einen Trackday ist sie spürbar praktischer als beim Standard-Modell. Wer das Fahrzeug für mehr als reine Wochenendausflüge nutzen möchte, profitiert beim Coupé von einem echten Mehrwert.

Vorderes Staufach

Beide Karosserievarianten teilen dasselbe vordere Staufach, das über eine kleine Klappe an der Fahrzeugnase zugänglich ist. Es reicht für ein Ladekabel, eine Regenjacke oder einige Grundwerkzeuge. Ein Reserverad hat dort keinen Platz — eine entsprechende Aufnahme ist nicht vorgesehen. Die meisten Besitzer führen stattdessen einen Reifenreparaturkit mit.

Welche Motorvariante sollte man wählen?

Unabhängig von der gewählten Karosserieform ist die Motorvariante von entscheidender Bedeutung. Smart bot vier Leistungsstufen an: den 45-kW-Lite, den 60-kW-Standard, den 66-kW-SB2-Brabus und den vollen 74-kW-Brabus. Unsere klare Empfehlung lautet: Finger weg vom 45-kW-Lite in beiden Karosserievarianten — ihm fehlt der Ölkühler, der bei allen anderen Varianten serienmäßig verbaut ist, was ihn unter starker Beanspruchung deutlich weniger langlebig macht. Der 60-kW-Standard ist für die meisten Käufer die ideale Wahl: Er ist häufig vertreten, gut unterstützt und eine hervorragende Basis für alle, die an Leistungssteigerungen interessiert sind.

Die SB2- und Brabus-Vollvarianten erzielen einen Aufpreis und liefern für ein Fahrzeug dieser Größe ein wirklich mitreißendes Fahrerlebnis — mit Ladedrücken von 1,33 bar bzw. 1,43 bar ab Werk. Beide sind es wert, gesucht zu werden, besonders in der Roadster-Coupé-Ausführung, wo die etwas höhere Kultivierung die Mehrleistung gut ergänzt. Wer verstehen möchte, was das Steuergerät mit diesem Ladedruck anstellt, sollte die ausführliche Erklärung des Smart Roadster MEG 1.1 Steuergeräts lesen — sie erklärt, wie das Bosch-Motormanagement Einspritzung, Zündung und Ladedruck bei allen Varianten regelt.

Marktwerte und Kaufpreise 2025

Die Preisdifferenz zwischen Smart Roadster und Roadster Coupé hat sich im Zuge der Marktentwicklung deutlich verringert. Im Jahr 2025 bewegen sich beide Karosserievarianten in ähnlichen Preisbereichen: Für ein Fahrzeug mit hoher Laufleistung und Renovierungsbedarf sind 7.000–9.000 EUR realistisch, für ein gut nutzbares Fahrzeug 9.000–12.000 EUR, und für einen Brabus mit geringer Laufleistung in ausgezeichnetem Zustand 12.000–15.000 EUR.

Historisch gesehen erzielte das Coupé aufgrund seiner höheren Alltagstauglichkeit und wohl dramatischeren Optik einen kleinen Aufpreis. Dieser besteht im oberen Marktsegment weiterhin — ein Roadster Coupé Brabus in Concours-Zustand übertrifft preislich einen gleichwertigen offenen Roadster — im mittleren Marktsegment sind beide jedoch weitgehend preisgleich. Viel entscheidender als die Karosserieform sind ein lückenloser Servicehistorie, Belege dafür, dass bekannte Wasserleckprobleme behoben wurden, sowie der Zustand des Softouch-Getriebes und seiner Aktuatorik.

Worauf man vor dem Kauf beider Versionen achten sollte

  • Wassereintritt: Fußräume, Bereiche unter den Sitzen und das SAM-Gehäuse auf Feuchtigkeit oder Korrosion prüfen.
  • Verdeckdichtungen (nur Roadster): Dachdichtungen und Klappmechanismus auf Verschleiß und Risse untersuchen.
  • Softouch-Getriebe: Alle fünf Gänge testen, auf ruckelige oder verzögerte Schaltvorgänge achten und auf Aktuatorgeräusche horchen.
  • Glasfaser-Karosserie: Beide Fahrzeuge haben wesentliche Glasfaser-Außenverkleidungen — auf Risse, unsachgemäße Reparaturen und Farbabweichungen achten.
  • Servicehistorie: Ölwechsel alle 10.000–13.000 km sind bei diesem kleinen Turbomotor unerlässlich.
  • Instrumentencluster: LCD-Pixelausfall ist häufig; alle Anzeigen beim Kauf auf einwandfreie Funktion prüfen.

Das Fazit: Standard-Roadster oder Roadster Coupé?

Die Entscheidung zwischen Smart Roadster und Roadster Coupé hängt letztlich davon ab, wie man das Fahrzeug nutzen möchte. Wer das Fahren unter freiem Himmel in den Vordergrund stellt — Wochenendtouren, Trackdays und Sonnenschein-Spaß — für den ist der Standard-Roadster die purere Wahl. Er ist leichter, offener und emotionaler. Wer das Fahrzeug häufiger und in mehr Jahreszeiten nutzen möchte oder schlicht die Fastback-Optik des Coupés bevorzugt und den zusätzlichen Gepäckraum schätzt, für den ist das Coupé das vielseitigere Fahrzeug — ohne dabei auch nur einen Funken des Fahrcharakters einzubüßen, der diese Autos so besonders macht.

Egal für welches Sie sich entscheiden: Kaufen Sie das bestmögliche Exemplar, das Ihr Budget erlaubt, meiden Sie den 45-kW-Lite, und betrachten Sie jede Brabus-Variante als bevorzugten Fund. Beide Versionen dieses bemerkenswerten kleinen Fahrzeugs belohnen sorgfältige Pflege, und beide steigen im Wert in einem Tempo, das ein gut gewähltes Exemplar im Jahr 2025 zu einem wirklich sinnvollen Kauf macht.