Den Smart Roadster zu importieren ist eine der klügsten Möglichkeiten, ein besser ausgestattetes Fahrzeug zu einem günstigeren Preis zu erwerben, als ihn der heimische Markt derzeit bietet. Mit lediglich rund 43.000 produzierten Einheiten zwischen 2003 und 2006 – davon nur 7.251 in Großbritannien zugelassene Fahrzeuge – ist der weltweite Fahrzeugbestand begrenzt und schrumpft weiter. Ob Sie einen tadellosen Brabus mit geringer Laufleistung in Deutschland suchen, einen gut bepreisten 60-kW-Roadster aus den Niederlanden oder eine seltene Farbkombination aus Japan: Ein Import eröffnet Möglichkeiten, die auf den heimischen Kleinanzeigenportalen schlicht nicht existieren. Dieser Leitfaden führt Sie durch jeden Schritt des Prozesses: Beschaffung, Besichtigung, Verschiffung oder Überführungsfahrt, Zulassung und versteckte Kosten, die Käufer immer wieder überraschen.
Warum einen Smart Roadster importieren?
Die Argumente für einen Import sprechen für sich. Kontinentaleuropäische Märkte – insbesondere Deutschland, die Niederlande, Belgien und Frankreich – verzeichneten deutlich höhere Verkaufszahlen als Großbritannien, was bedeutet: Das Angebot ist größer und die Preise für vergleichbare Fahrzeuge häufig niedriger. Im Jahr 2025 könnte ein gepflegter 60-kW-Roadster in Deutschland für 9.000–11.000 EUR den Besitzer wechseln, während ein vergleichbares britisches Fahrzeug allein aufgrund der Seltenheit einen Aufpreis erzielt. Darüber hinaus ermöglicht der Import den Zugang zu Ausstattungsvarianten, die im Heimatmarkt offiziell nie angeboten wurden. Der vollwertige 74-kW-Brabus etwa wurde in den europäischen Ländern ungleichmäßig vertrieben, und ihn über den heimischen Handel zu finden kann Jahre dauern.
Japan ist eine weitere, zunehmend beliebte Bezugsquelle. Die für den japanischen Markt bestimmten Smart Roadster wurden in kleinen Stückzahlen verkauft und verfügen typischerweise über lückenlose Wartungshistorien, geringe Laufleistungen und einen hervorragenden Karosserienzustand – ein Ergebnis der strengen japanischen Shaken-Fahrzeugprüfungskultur. Der Nachteil liegt in der höheren Komplexität: Verschiffung, Währungsumrechnung und gegebenenfalls der Umbau auf Rechtslenker für den britischen Straßenverkehr.
Das richtige Fahrzeug im Ausland finden
Starten Sie Ihre Suche auf den wichtigsten Plattformen des jeweiligen Ziellandes: Mobile.de und AutoScout24 sind die führenden deutschsprachigen Portale, während Marktplaats die Niederlande abdeckt. Das französische Kleinanzeigenportal Le Bon Coin listet Roadster häufig zu wettbewerbsfähigen Preisen, obwohl die Kommunikation dort fast ausschließlich auf Französisch stattfindet. Für Japan sind spezialisierte Importeure die praktischste Lösung, es sei denn, Sie haben einen Agenten vor Ort oder können selbst an Auktionen teilnehmen.
Worauf Sie bei Inseraten achten sollten
Priorisieren Sie bei der Durchsicht ausländischer Anzeigen Fahrzeuge mit vollständig dokumentierter Wartungshistorie, idealerweise mit Stempeln eines Mercedes-Benz- oder Smart-Vertragshändlers. Achten Sie auf Hinweise zu den bekannten modellspezifischen Schwachstellen: Wassereintritt an den Dichtungen von Verdeck und Dach, Verschleiß an der Zahnstangenlenkung, Fehler am SAM-Steuergerät (erkennbar an B1xxx-Diagnosecodes) sowie Degradierung des LCD-Kombiinstruments. Bitten Sie den Verkäufer um aktuelle Fotos des Motorraums – denken Sie daran, dass der Smart Roadster ein Mittelmotor-Hecktriebler ist und der Motor hinter den Sitzen sitzt, nicht vorne. Jedes Inserat, das einen großen Motor unter einer vorderen Haube zeigt, beschreibt keinen Smart Roadster.
Fordern Sie die Fahrzeugidentifikationsnummer (FIN/VIN) an und gleichen Sie sie mit den Variantencodes ab, um zu bestätigen, ob es sich um einen 45-kW-Lite, einen 60-kW-Standard, einen 66-kW-SB2-Brabus oder einen vollwertigen 74-kW-Brabus handelt. Die 45-kW-Lite-Variante verfügt über keinen Ölkühler und sollte für einen langfristigen Besitz grundsätzlich gemieden werden. Das Verständnis der technischen Unterschiede zwischen den Varianten ist unerlässlich, bevor Sie sich festlegen – unsere detaillierte Übersicht zu dem MEG-1.1-Steuergerät des Smart Roadster und seiner Funktion in den einzelnen Leistungsvarianten ist eine lohnende Lektüre vor der Preisverhandlung, da die ECU-Spezifikation direkt bestimmt, was das Fahrzeug kann und was nicht.
Kaufinspektion vor dem Import
Kaufen Sie einen Smart Roadster niemals unbesehen, ohne eine unabhängige Inspektion durchgeführt zu haben. Wenn Sie das Fahrzeug nicht persönlich besichtigen können, beauftragen Sie einen ortsansässigen unabhängigen Mechaniker oder nutzen Sie einen professionellen Fahrzeugprüfservice, der in dem jeweiligen Land tätig ist. In Deutschland bietet der ADAC Ankaufsuntersuchungen zu einem moderaten Preis an. In den Niederlanden bietet der ANWB einen vergleichbaren Service.
Wichtige Prüfpunkte
- Wassereintritt: Prüfen Sie die Fußräume, den Bereich hinter den Sitzen und die Unterseite der abnehmbaren Targadach-Paneele auf Feuchtigkeit oder Wasserflecken.
- Verdeckzustand: Falls das Fahrzeug das optionale Faltverdeck hat, prüfen Sie Mechanismus und Stoff sorgfältig. Ersatzverdecke sind teuer und zunehmend schwer zu beschaffen.
- Lenkgetriebe: Lassen Sie den Prüfer auf Spiel sowie auf Anzeichen einer kürzlichen Reparatur oder eines Austauschs achten.
- GetriebeVerhalten: Das automatisierte Schaltgetriebe Softouch ist für seine langsamen und ruckeligen Schaltvorgänge bekannt – es sollte dennoch im betriebswarmen Zustand sauber schalten. Harte oder schleifende Schaltvorgänge geben Anlass zu weiterer Untersuchung.
- SAM-Steuergerät: Lassen Sie eine Diagnoseabfrage durchführen, um gespeicherte Fehlercodes zu prüfen, insbesondere im B1xxx-Bereich, die auf Probleme mit dem SAM (Signal Acquisition Module) hinweisen.
- Überprüfung der Wartungshistorie: Stellen Sie sicher, dass die Stempel echt sind, und gleichen Sie den Kilometerstand mit den HU-Aufklebern bei deutschen Fahrzeugen ab.
Verschiffung, Überführungsfahrt oder Transport per Anhänger
Wie Sie das Fahrzeug nach Hause bringen, hängt vom Herkunftsland und Ihrem Budget ab. Bei EU-Ländern ist die Überführungsfahrt oft die einfachste und günstigste Option, sofern das Fahrzeug fahrtüchtig und für die Reise versichert ist. Eine temporäre Exportversicherung für eine Überführungsfahrt durch Europa ist bei Spezialmaklern erhältlich und für einen kurzen Zeitraum in der Regel kostengünstig. Führen Sie stets die Originaleigentumsunterlagen (Fahrzeugbrief in Deutschland, Carte Grise in Frankreich) sowie alle relevanten Zolldokumente mit sich.
Bei größeren Entfernungen – insbesondere aus Japan oder den USA – ist der Containertransport der Standardweg. Die Kosten variieren erheblich je nach Abgangshafen, Bestimmungshafen und der Frage, ob Sie einen Sammelcontainer (Groupage) oder einen eigenen 20-Fuß-Container nutzen. Kalkulieren Sie mindestens 1.200–2.500 EUR für den Transport per geschlossenem Transporter innerhalb Europas und 2.500–5.000 EUR für die Containerverfrachtung von Japan nach Großbritannien, ohne Hafenabfertigungs- und Zollabwicklungsgebühren.
Post-Brexit-Überlegungen für britische Käufer
Seit dem Austritt des Vereinigten Königreichs aus der Europäischen Union fallen beim Import eines Gebrauchtwagens aus einem EU-Land nach Großbritannien nun Zölle und Einfuhrumsatzsteuer an. Privatpersonen, die ihren Wohnsitz verlegen, profitieren von einer Befreiung namens „Transfer of Residence









